Anleitung

Amiga Imager v0.78

Diese Anleitung beschreibt die Bedienung von Amiga Imager in Version 0.78. Die App erstellt bootfaehige Images fuer verschiedene Amiga-Plattformen und kann fertige Images direkt auf Datentraeger schreiben.

1. Was die App macht

Amiga Imager erstellt bootfähige Systeme für:

  • PiStorm / Emu68
  • Classic Amiga
  • MiSTer (Minimig)

Aus Kickstart, Installationsmedien und optionalen Zusatzpaketen erzeugt die App eine fertige:

  • .img-Datei für PiStorm und Classic Amiga
  • .hdf-Datei für MiSTer

Bei PiStorm und Classic kann das erzeugte Image danach direkt aus der App auf SD-, CF- oder USB-Medien geschrieben werden.

2. Voraussetzungen

Für den normalen Einsatz werden benötigt:

  • ein Mac mit macOS 14 Sonoma oder neuer
  • eine gültige Kickstart-ROM (.rom oder .bin)
  • die passenden AmigaOS-Installationsdateien
  • bei Bedarf eine leere SD-, CF- oder USB-Karte zum Beschreiben
  • beim ersten Start Internetzugang für Hilfsprogramme und optionale Downloads

Je nach AmigaOS-Version erwartet die App unterschiedliche Quelldateien:

  • AmigaOS 3.1 / 3.1.4: ADF-Ordner
  • AmigaOS 3.2.x: entweder ADF-Ordner oder die 3.2-CD-ISO
  • AmigaOS 3.9: CD-ISO plus Boing Bag 1 und Boing Bag 2

3. Erster Start

Beim ersten Start bietet die App an, benötigte Werkzeuge automatisch herunterzuladen:

  • hst-imager: erforderlich
  • hst-amiga: optional, aber empfohlen
  • lha: wird bei Bedarf ebenfalls eingerichtet

Die Tools werden nicht systemweit installiert, sondern unter folgendem Ordner abgelegt:

~/Library/Application Support/Amiga-Imager/Tools/

Wichtig:

  • hst-imager ist Pflicht. Ohne dieses Tool bleibt der Build-Modus gesperrt.
  • Beim späteren Schreiben auf einen Datenträger fragt die App nach dem Admin-Passwort.

4. Schnellstart für die meisten Nutzer

Für die meisten Vereinsmitglieder ist dieser Weg der einfachste:

  1. App starten.
  2. Oben links Simple ausgewählt lassen.
  3. Oben rechts Build bootable image wählen.
  4. Bei Target platform die Zielplattform auswählen.
  5. Unter AmigaOS version am besten Auto (detect) verwenden.
  6. Den passenden ADF-Ordner oder die ISO auswählen.
  7. Die Kickstart-ROM auswählen.
  8. Einen Speicherort für das Ausgabe-Image festlegen.
  9. Gewünschten Screen mode und Network einstellen.
  10. Auf Build Image bzw. Build HDF klicken.
  11. Die Zusammenfassung prüfen und den Build starten.

Nach erfolgreichem Build:

  • bei PiStorm oder Classic auf Use Built Image klicken
  • danach in den Modus Flash existing image wechseln
  • Zielmedium wählen und mit Write to Disk schreiben

5. Simple Mode und Advanced Mode

Die App hat zwei Bedienmodi:

  • Simple: für den schnellen Standardweg
  • Advanced: für Feineinstellungen und Sonderfälle

Im Simple Mode setzt die App automatisch einige sinnvolle Vorgaben: Roadshow Demo als Netzwerk-Stack, Standard-Assets, EN plus Systemsprache als Locale, einfache sichere Grundeinstellungen.

Wenn man gezielt an Hardware, Partitionen, RTG, Netzwerk oder Zusatzsoftware schrauben will, sollte man auf Advanced umschalten.

6. Die wichtigsten Bereiche im Build-Modus

Input

Hier werden die Quelldateien ausgewählt: Target platform, AmigaOS version, ADF source oder ISO, Kickstart-ROM, Output image path.

  • Bei 3.2.x kann die CD-ISO direkt verwendet werden.
  • Bei 3.9 sind ISO, Boing Bag 1 und Boing Bag 2 nötig.
  • Die App prüft Medien und ROMs und zeigt Warnungen direkt an.

Configuration

Im Advanced Mode ist dieser Bereich in mehrere Unterpunkte aufgeteilt: Display, FrameThrower (nur PiStorm), Network, Transfer Folder.

Hier lassen sich unter anderem einstellen: Bildschirmmodi, Workbench-Farbtiefe, Backdrop, Icon-Set, FrameThrower-Modus, Netzwerk-Stack, Transfer-Ordner.

Software

Hier können optionale Programme mitinstalliert werden, z. B.:

  • WHDLoad, IBrowse, AmiSSL, WBDock, iGame, LumiFTP, AmigaAMP, RiVA, StackAttack

Einige Abhängigkeiten werden automatisch mit ausgewählt.

Image & Build

Hier wird die Größe des Images eingestellt und der Build gestartet. Im Advanced Mode lassen sich außerdem Partitionsgrößen, Dateisysteme, Blockgrößen sowie Profile speichern und laden.

Profile werden als Datei mit der Endung .emu68profile gespeichert.

7. Plattformen im Überblick

PiStorm / Emu68

  • Die App erzeugt eine FAT32-Bootpartition EMU68BOOT
  • WLAN-Daten können direkt eingetragen werden
  • FrameThrower kann aktiviert und konfiguriert werden
  • In den Einstellungen kann auf Wunsch eine Emu68-Prerelease/Beta verwendet werden

Classic Amiga

Hier kann sehr genau festgelegt werden: Amiga-Modell, Beschleuniger, RTG-Karte, Netzwerkkarte. Wenn RTG genutzt wird und kein eigenes Picasso96-Archiv angegeben ist, kann die App bei Bedarf automatisch die Shareware-Variante nachladen.

MiSTer (Minimig)

Für MiSTer wird eine .hdf-Datei erzeugt. Optional: UAEGFX RTG und Netzwerk über PPP.

Wenn bei MiSTer Netzwerk verwendet wird, muss im MiSTer-OSD gesetzt werden:

  • UART Mode = PPP
  • Baud = 115200

8. Flash existing image

  1. Flash existing image wählen.
  2. Image-Datei auswählen.
  3. Ziellaufwerk auswählen.
  4. Optional Only show external disks aktiviert lassen.
  5. Write to Disk klicken.
  6. Admin-Passwort eingeben.

Das Zielmedium wird dabei überschrieben. Die App verhindert, dass Quelle und Ziel dasselbe Laufwerk sind. Ist das Image größer als der Datenträger, bricht die App mit einer Warnung ab.

9. Einstellungen

Die Einstellungen erreicht man unter macOS über Cmd+,.

Wichtige Optionen in Version 0.78: Use UserFiles auto-discovery, Use Emu68 prerelease/beta builds, Boot bundle source, SD Card Size Reduction, Debug mode.

UserFiles auto-discovery

Für Power-User kann die App Dateien automatisch aus diesem Ordner lesen:

~/Library/Application Support/Amiga-Imager/Assets/UserFiles/

Wichtige Unterordner: AOS31/, AOS32/, AOS39/, Install/, Kickstarts/.

10. Neu in Version 0.78

  • Unterstützung für macOS 14 Sonoma
  • Überarbeiteter FrameThrower-Bereich mit Integer- und Smooth-Modus
  • Unterstützung für Emu68 v1.1.x Prereleases
  • Neue optionale Pakete: AmigaAMP, RiVA, StackAttack, LumiFTP, iGame
  • Passender RTG-Backdrop für PiStorm-Builds
  • Verbesserungen bei PCMCIA-Netzwerk auf A600-Systemen
  • WHDLoad wird direkt von whdload.de geladen
  • Sauberere Aufteilung der Konfigurationsseite: Display, FrameThrower, Network, Transfer Folder

11. Typische Fehler und Lösungen

„hst-imager required"

Auf Install / Retry klicken und Internetverbindung prüfen.

Build lässt sich nicht starten

Meist fehlt eine dieser Angaben: Kickstart-ROM, Ausgabe-Image, Installationsmedien (bei AmigaOS 3.9 zusätzlich Boing Bag 1 und 2).

Schreiben auf SD-/CF-Karte scheitert unter macOS

Full Disk Access für Amiga Imager aktivieren: System Settings → Privacy & Security → Full Disk Access. Danach die Karte ggf. neu einstecken.

Roadshow funktioniert nur kurz

Dann wurde wahrscheinlich Roadshow Demo verwendet. Für dauerhaften Einsatz muss im Advanced Mode ein eigenes Roadshow Full LHA angegeben werden.

MiSTer-Netzwerk funktioniert nicht

Prüfen: UART Mode = PPP, Baud = 115200.

Das Image passt nicht auf die Karte

Entweder ein größeres Medium verwenden, die Image Size verkleinern oder die Size Reduction anpassen.

12. Log und Fehlersuche

Das Log zeigt alle Arbeitsschritte an und kann über Export Log gespeichert werden. Die Dateien landen unter:

~/Library/Logs/Amiga-Imager/

13. Empfehlung für Vereinsmitglieder

  1. Simple Mode
  2. PiStorm / Emu68 oder Classic Amiga auswählen
  3. Auto (detect) für die OS-Version
  4. ADFs oder ISO, Kickstart und Ausgabe-Image setzen
  5. Build starten
  6. Danach mit Use Built Image und Write to Disk auf die Karte schreiben

Der Advanced Mode lohnt sich vor allem fuer spezielle RTG-Karten, Classic-Hardware mit besonderer Netzwerkkarte, eigene Partitionierung, Roadshow Full, FrameThrower-Feintuning und Profile fuer wiederkehrende Builds.